Schatzsucher Rorschach

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Trauben für den “Gleiswein”

Oktober 9th, 2009 · 2 Kommentare

Entlang der Geleise wachsen Reben, Gemüse und Rosen. Einer der Gärtner ist Charly Bühlmann.

Entlang der Geleise pflanzen Hobbygärtner Gemüse, Rosen und andere Pflanzen, Bäume und sogar Reben. Einer dieser Gärtner ist Charly Bühlmann.

Wer hätte gedacht, dass die SBB alleine in Rorschach rund 200 Gärten vermieten? Zu finden sind diese grünen Oasen entlang der St. Galler- und der Seelinie sowie südlich des Hauptbahnhofs Rorschach. In diesen grösseren und kleineren Gartenanlagen leben Hobbygärtner ihren Traum vom eigenen Garten aus, pflanzen Blumen, Gemüse und in einzelnen Fällen sogar Reben, aus deren Trauben “Gleiswein” gewonnen wird. Am Bellevue hat der Wimmet erst vor kurzem stattgefunden. Gerechnet wird mit einem Ertrag von 25 Flaschen Wein.
Einer, der mehrmals täglich seinen Garten entlang der Geleise beim Bellevue aufsucht und pflegt, ist Charly Bühlmann, der ehemalige Wirt des einst weitherum bekannten Restaurants Bellevue, direkt an den beiden Bahnübergängen. Waren es früher Salat und Zwiebeln für die eigene Restaurantküche, pflanzt Charly Bühlmann heute vor allem Blumen an, die er an ehemalige Gäste und an die Verwandtschaft verschenkt. Bühlmann übernahm den Garten von einem Bähnler, die früher als einzige entlang der Geleise gärtnern durften. Die Bahnangestellten gehörten ebenso zu den regelmässigen Gästen des Restaurants Bellevue, wie auch Bahnwärter Karl Bischofberger, der zwischen den Zügen sein Barrierenhäuschen verliess und für einen Schoppen bei Bühlmanns einkehrte.
Aus Sicherheitsgründen müssen Charly Bühlmann und die anderen Gärtnerkollegen, die unmittelbar an den Geleisen ihrem Hobby nachgehen, Leuchtwesten tragen, damit die Lokomotivführer die Gärtner jederzeit erkennen. Gerade bei den Güterzügen auf der Seelinie ist Vorsicht geboten. Charly Bühlmann hat Respekt vor ihnen: “Vor allem die deutschen Zugskompositionen mit ihrem uralten Rollmaterial stufe ich als sehr gefährlich ein. Wenn hier einmal eine Achse bricht…”
Die wohl schönste grüne Oase auf SBB-Gebiet ist beim Bäumlistorkel zwischen den beiden Barrierenanlagen zu entdecken. Bäume und Pflanzen aller Art finden sich hier auf engstem Raum, eine kleine Wildnis, mit einem Blockhaus als Krönung. Nur wer genau hinschaut, sieht das schmucke Häuschen auf Anhieb.

Tags: 10. Oktober · Allgemein · Schatztruhe

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 schweizweit.net | Wochenrückblick // Okt 12, 2009 at 07:14

    [...] Trauben für den “Gleiswein” [...]

  • 2 Schatzsucher // Okt 12, 2009 at 07:43

    Es freut den Schatzsucher, dass die Internetplattform schweizweit.net, welche sich an alle Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer richtet, den Gleiswein-Beitrag in ihren Wochenrückblick aufgenommen hat.

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